Wettbewerb alters- / pflegeheim, wohnhaus für behinderte rüttigarten schattdorf ur 2002

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Die ortsbaulichen Gegebenheiten setzen wenig Bedingungen. Das bestehende SBU-Wohnhaus liegt am südlichen Perimeterrand und ist als Areal-Abschluss in ost-westlicher Richtung situiert. Die nördlichen Nachbargebäude sind von kleinmassstäblicher Art. Im Osten liegt das freie Feld und im Westen die Rüttistrasse. Insgesamt handelt es sich um eine räumlich und gestalterisch noch schwach determinierte und heterogene Situation.

Es ist deshalb erstes Ziel, einen Ort, Raum, eine Mitte zu schaffen: Das bestehende SBU-Wohnhaus wird durch einen Anbau zu einer L-förmigen Anlage ergänzt, weitere Neubauten erhalten eine analoge L-förmige Ausprägung aus einem Längsbau und einem Turmbau. Diese beiden "L" werden um einen zentralen Hof gruppiert.

Das Alters- und Pflegeheim (APH) setzen wir, dem Dorfleben und der Erschliessung zugewandt, an die Strasse: Für die betagten Menschen ist der Anschluss an das tägliche Geschehen lebensnotwendig. Die Alterswohnungen (AWG) bilden mit dem APH zusammen ein Ensemble und manifestieren eine nutzungsmässige Zugehörigkeit. Die Erweiterung des SBU-Hauses erfolgt in der gleichen Sprache wie die Zuordnung von den AWG zum APH. Durch diese Gruppierung entsteht eine lokale Zentrumsbildung, die dem Anspruch an öffentlichen Bauten gerecht wird. Das Gemeinsame ist der Gartenhof, der auch öffentlich zugänglich und von allen Gebäudeteilen aus einseh- und erlebbar ist. 

Alters- und Pflegeheim APH

Die Pflegegruppen sind paarweise pro Geschoss und wechselseitig zweibündig organisiert. Im Erdgeschoss liegt eine einzelne Gruppe. Die Gangzonen ermöglichen Aufenthaltsnischen mit verschiedenem Erlebnisreichtum und sind immer wieder mit Naturlicht versehen. Es sind zwei Erschliessungskerne, beide mit Bettenaufzügen ausgerüstet, vorgesehen. Die Aufenthaltsräume sind zentral den Gruppen zugeordnet und dienen auch der Belichtung der inneren Gänge. Sie verfügen über eine grosszügige Loggia, die gegen den Wind geschlossen werden kann.

Alterswohnungen AWG

Sie gehören zum Ensemble mit dem APH. Durch ihre Gebäudeform- und grösse wird ein Massstabsübergang von den benachbarten Einfamilienhäusern zum APH gesetzt. Die AWG können von den Dienstleistungen des Heimes profitieren, sind sogar erschliessungsmässig direkt verknüpft, können aber auch autonom funktionieren. Die Grundrisse sind in drei Richtungen orientiert und sind kompakt gehalten. Pro Geschoss wird ein gemeinsamer Vorraum angeboten, der als Treffpunkt einer kleinen Gruppe dienen kann. Die Nebenräume liegen den Wohnungen direkt jeweils auf dem selben Geschoss zugeordnet.

Erweiterung Wohnheim für Behinderte SBU

Die Erweiterung gehört zum Ensemble der SBU. Die Nutzungserweiterungen des SBU-Hauses bilden den verbindenden Sockel. Die Grundrisse sind um einen zentralen Kern organisiert.

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