Studienauftrag Alterssiedlung sunneziel meggen lu 2012

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Das bestehende Seniorenzentrum Sunneziel ist ein markanter Bau aus der Mitte der 70er Jahre. Er zeigt eine zeittypische Materialisierung: Viel Sichtbackstein, etwas gestockter Beton. Anklänge an Bauten, wie sie Ernst Gisel entwarf, sind feststellbar; und der Londoner Brutalism ist nicht weit.

Konzept

Zunächst soll sichergestellt werden, dass die drei Pflegegeschosse optimal funktionieren und dass keine neuen Zimmer mit drittklassiger Sicht und Besonnung erstellt werden. Dann soll die heute beengende Eingangssituation luftiger und einladender werden, und zwischen Alterswohnungen und Seniorenzentrum soll sowohl räumlich wie landschaftsarchitektonisch ein zusammenhängender Freiraum aufgespannt werden, dessen Qualität sich mit derjenigen des südlichen Gartens messen darf und dem Haus einen neuen prägnanten Auftritt verleiht.

Wir sind nicht in der Lage, diese fundamentalen Ziele innerhalb des vorgegebenen Perimeters zu lösen und haben uns deshalb für einen Befreiungsschlag entschieden: Wir opfern die westlichen, funktionell unglücklichen und gestalterisch ungelenken Ausläufer der beiden unteren Geschosse und erweitern die Pflegegeschosse als Verlängerung der Südfassade nach Westen. Damit können wir den nordwestlichen Raum freispielen: „...und plötzlich diese Übersicht.“

Die Alterswohnungen

Wir suchen einen entspannten, unaufgeregten Baukörper, der im Gegensatz zum reich gegliederten Heimbau stehen darf und schlagen ein langgestrecktes Gebäude entlang der Kantonsstrasse vor. Meggen ist eine Streusiedlung und kein Strassendorf, deshalb ist das Haus nicht parallel zur Strasse, sondern zum Heim gesetzt.Das Haus begrenzt den Zugangsplatz gegen Osten. Die Wohnungen sind attraktiv und gut besonnt; sie weisen einen komfortablen Abstand zum bestehenden Haus auf und blicken auf den Zugangsplatz. Alle sind nach Süden oder Westen ausgerichtet.

Die Auslegung der Wohnungen erinnert an den Pavillon de l'Esprit Nouveau von Le Corbusier: Jede 2-Zimmer-Wohnung ist L-förmig und umschliesst ein kleines inneres Atrium. Ein Blumenbalkon dient den Bewohnern als eigener kleiner „Pflanzblätz“ und erinnert an die Qualität der Wohnsituation, die zugunsten der Alterswohnung hat aufgegeben werden müssen. Die Atrien der Wohnungen im obersten Geschoss nützen die besondere Lage und sind überhoch.

Der Grundriss ist weitgehend nutzungsneutral; die Zimmer können wahlweise, je nach Lebenssituation und Bedarf, als Schlaf-, Ess- oder Wohnzimmer genutzt werden.

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