Kantonsschule küsnacht zh 2006 - 2007

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Das Areal befindet sich in denkmalpflegerisch und landschaftlich empfindlicher Umgebung im Zentum von Küsnacht. Im Osten liegt ein leicht ansteigendes Rebgelände. Auf der Westseite bilden Mediothek, Alte Turnhalle und Italienische Villa eine lockere Randbebauung entlang der Bahn in einer parkähnlichen Umgebung.

Der neue Unterrichtstrakt ist exakt dort platziert, wo der Übergang vom geometrisch strengen Rebgelände zum parkähnlichen Schulareal stattfindet. Er trennt den ruhigen und kontemplativen Rebberg von der Lebendigkeit des baumbestandenen Pausenplatzes. Das Haus ist zweigeschossig, ordnet sich eindeutig der historischen Gebäudegruppe unter. Zwischen dem neuen Unterrichtstrakt und den bestehenden Solitären wird der neue Zugangs- und Pausenplatz aufgespannt. Das bestehende Ökonomiegebäude wurde saniert und ist in seiner ursprünglichen Form von 1879 erhalten. 

Die Landschaftsarchitektur nimmt Bezug auf die Lesart der Baustruktur: Während die Hauptzugangstreppe, deren kontinuierliche Zunahme der Stufenanzahl das sanfte Gefälle des Geländes sichtbar werden lässt, einen harten, fast städtischen Charakter aufweist, erhält der neue "Pausenpark" durch die Einstreuung von zusätzlichen Bäumen einen romantisierenden Ausdruck. Im übrigen ist die Umgebungsgestaltung sehr zurückhaltend. Sie bezieht ihre Kraft aus der Stimmung des Ortes.

Mit der Erstellung der Umgebung wurde eine neue öffentliche Wegverbindung über das Areal der Kantonsschule als Quartieranbindung an den Bahnhof realisiert. Die nordwestlich gelegene Fussgängerbrücke und der neu gestaltete Zugang zur Unterführung verbessern die Anbindung der Schule an den Bahnhof.

Alle Klassenzimmer sind, sonnenabgewandt, gegen Osten auf den ruhigen, meditativen Rebberg orientiert. Westseitig liegt eine Erschliessungszone mit Gruppennischen, die den Klassenzimmern jeweils direkt zugeordnet sind und als Erweiterung der Gangzone auch die Instrumentalzimmer voneinander trennt. Letztere orientieren sich auf die lebhaftere Pausenseite. Um die akustischen Immissionen der Instrumentalzimmer nicht nur in horizontaler Richtung minimieren zu können, sind sie auch in der Vertikalen gegeneinander versetzt.

Die zementgebundene Bruchsteinfassade, die aus geologisch ortstypischen Leitgesteinen zusammengesetzt ist, illustriert diesen Ansatz. Die versetzten Fenster widerspiegeln den inneren Zimmerversatz und erinnern an das Gefüge einer Trockenmauer.

Der Innenausbau ist von einfachen, aber kraftvollen Materialien geprägt. Ihre sorgfältige Anwendung strahlt eine Eleganz aus, die dem Licht-Schattenspiel im Korridorbereich einen zurückhaltenden Rahmen bietet. Gewachste Fichte, der hellgraue PU-Belag eine zementgebundene Holzfaserplatte bilden die Hauptmaterialien.

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